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Vitalia

Aufgrund der aktuellen Lage bleibt unser Etablissement vorerst geschlossen, Wir informieren rechtzeitig sobald der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.
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Vitalia

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Liebe User und Freunde der Roten Laterne!
Liebe Sexarbeiterinnen! Liebe Betreiber! Liebe Volksvertreter!

Die Corona-Krise hat die Erotik-Branche nach wie vor fest im Griff und zu allerschwerst getroffen! Neben der Verhängung eines strikten Berufsausübungsverbots und staatlich angeordneten Betriebsschliessungen von Prostitutionsstätten hat die Politik bislang nichts, aber auch rein gar nichts Positives für das „Älteste Gewerbe der Welt“ zustande gebracht und lässt die Sexworkerinnen und Betreiber der Etablissements mit immensen und täglich immer größer werdenden, unzumutbaren Probleme gänzlich alleine im Regen stehen. Während inzwischen sämtliche anderen Branchen wieder zumindest teilweise eröffnet haben oder wenigstens Perspektiven erhielten, ab wann es für diese Branchen unter Auflagen wieder weitergehen kann, tut man in der Politik bis dato noch ganz so, als würde die Erotik-Branche überhaupt nicht existieren und ist sich dabei gleichzeitig aber nicht zu schade, weiterhin Steuereinnahmen aus dem Gewerbe einzufordern. Ein unseres Erachtens absolut unzumutbarer und höchst unverantwortbarer Zustand, der die Doppelmoral dieser Gesellschaft und leider auch die der Politik in diesem Lande vehement beschämend unterstreicht.

Glaubt uns, die Damen würden nur zu gerne endlich wieder Ihrem Job nachgehen und die Häuser und Betriebe würden lieber heute als morgen Ihre Tore wieder öffnen und in altgewohntem Umfang für Euch da sein.

Am Schlimmsten trifft diese an den Tag gelegte politische Ignoranz nun aber tatsächlich die Sexworkerinnen selbst. Nicht schlimm genug, dass sie großteils gänzlich durchs Raster staatlicher Hilfen fallen und somit oftmals keine Ansprüche auf Soforthilfen oder sonstige Unterstützung geltend machen können. Es gibt jede Menge Frauen, die von heute auf morgen in die Obdachlosigkeit und gänzliche Erwerbslosigkeit abgerutscht sind. 70% aller Sexarbeiterinnen sind Mütter, die nun nicht mehr wissen, wie sie Ihre Kinder versorgen können! „Christlich“ Demokratische Union und „Christlich“ Soziale Union, habt Ihr das gehört? Auch verstanden? Dann bitte handelt und tretet mit uns Betroffenen in konstruktive Kommunikation und hört auf, Euch weiter selbst dahingehend in der Öffentlichkeit zu beweihräuchern, was für ein tolles Krisenmanagement Ihr hierzulande doch betreibt. Wir merken davon nichts - überhaupt gar nichts und fordern nun, dass endlich auch unsere Rechte und existentiellen Probleme in angemessener Art und Weise angegangen werden.

An dieser Stelle möchten wir die breite Öffentlichkeit gerne um Unterstützung für einen Nothilfefonds vom Berufsverband Sexarbeit e.V. bitten. Der Fonds hat mit seinen Spenden bereits über 250 betroffenen Sexarbeiterinnen aus der gröbsten Not helfen können. Diese Not ist aber noch so viel größer und es gibt tausende weiterer im Nichts gestrandete Sexarbeiterinnen, die dringlichst auf Hilfen und Unterstützung angewiesen wären. Jeder einzelne Euro zählt! Vielen Dank!

Darüberhinaus möchten wir bitten die Petition „Ausweg aus der Corona-Krise für erotische Dienstleistungen“ mit Eurer Unterschrift zu unterstützen. Diese Unterschrift kostet nichts, ist binnen 2 Minuten erledigt und wäre von enormer Bedeutung und Hilfe, dass sich die betroffenen Sexarbeiterinnen damit vielleicht endlich Gehör in der Politik verschaffen könnten.

Inzwischen gibt es professionell von Berufsverbänden der Branche in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern erarbeitete Hygieneschutz- und Infektionsschutzkonzepte, welche sämtlichen Landesregierungen und den zuständigen Ministerien vorgelegt wurden, unter denen eine Berufsausübung auch in Zeiten von Corona wie in anderen Branchen körpernaher Dienstleistungen ebenfalls wieder absolut möglich und vertretbar realisierbar sein sollten. Noch warten wir auf konstruktive Antworten und ein Zustandekommen von pro-aktiver Kommunikation seitens der Politik.

Stattdessen wurden bisher leider nur Stimmen vollkommen welt- und realitätsfremder Politiker um die krankhaft, fanatische Prostitutionsgegnerin Leni Breymaier und Karl Lauterbach (beide SPD), sowie dem ehemaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Bundestag laut, die nun sogar ein gänzliches „Sexkaufverbot“ für Deutschland von den Länderregierungen einforderten. Damit wird das 2017 aufwändig erlassene Prostitutionsschutzgesetz seitens der Politiker, die dieses Gesetz selbst mit veranlasst haben, mit Füßen getreten und das Gewerbe wieder zurück in die Illegalität gezwungen. Mit Argumenten, welche jeglicher Menschlichkeit, Vernunft und Fachkenntnis entbehren, wurden die ohnehin schon zu schwerst betroffenen Sexarbeiterinnen hier nun auch noch aufs Übelste diskriminiert, denunziert und sogar als kriminell bezeichnet. Inwiefern die großen Volks-Parteien solche Mitglieder legitimieren können ist uns wahrhaftig ein Rätsel. Das einzig Sinnvolle was diese 16 köpfige, radikale Gruppierung fordert, ist die Schaffung von Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Gewerbe für Prostituierte, was wir durchaus begrüßen würden. Aber eben nur für Sexarbeiterinnen, die aus freiem Willen den Ausstieg aus der Branche anstreben und nicht auf staatliche Anordnung! Es gibt sie nämlich tatsächlich, die Sexworkerinnen, die Ihren Beruf lieben und ihn gerne und gänzlich freiwillig ausüben! Hierfür gibt es übrigens ein im Grundgesetz verankertes Recht. Das Recht auf freie Berufsausübung. Entsprechend sind derartig unrechtmässige Einschränkungen dieses Grundrechts der Sexarbeiter- und Arbeiterinnen unverzüglich und gänzlich zu unterlassen!

Die Politik muß endlich begreifen, dass die Prostitution als solche durch ein Verbot und auch durch entsprechende Gesetze nicht zu verhindern ist. Ein diesbezügliches Engagement ist vollkommen sinnlos vergeudete Energie. Prostitution ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, welches entsprechend mit einer Gesellschaft einhergehend existiert, immer existiert hat und fortwährend auch künftig immer existieren wird. Vollkommen abgekoppelt von etwaigen angestrebten gesetzlich verankerten Verboten! Sex gegen Geld - das gab es schon immer und das wird es immer geben! Das lässt sich nicht durch Gesetze und Verbote regeln. Ggf. ginge es dann eben im Untergrund der Illegalität weiter. Weit weg von sozial vertretbaren, für die Sexworkerinnen schützende oder kontrollierbare Arbeits- und Rahmenbedingungen und das übrigens auch ohne jegliche staatliche Steuereinnahmen. Also bitte, lasst derartige unreelle Bestrebungen einfach gut sein und kümmert Euch um umsetzbare Angelegenheiten, welche sinnvoll und von Wert für die Gesellschaft sind. Denn dafür wurdet Ihr gewählt.

Euer RoteLaterne.de-Team